{"id":101,"date":"2023-09-26T14:36:24","date_gmt":"2023-09-26T12:36:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.uni.lu\/lcsb-de\/?post_type=news&p=101"},"modified":"2023-10-06T12:00:05","modified_gmt":"2023-10-06T10:00:05","slug":"parkinson-bessere-patientenversorgung","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.uni.lu\/lcsb-de\/news\/parkinson-bessere-patientenversorgung\/","title":{"rendered":"Bessere Patientenversorgung bei neurodegenerativen Erkrankungen"},"content":{"rendered":"\n
\n

Luxemburg vernetzt landesweit seine Kompetenzen f\u00fcr die optimale Versorgung von Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen. In Anwesenheit der luxemburgischen Gesundheitsministerin Paulette Lenert und des Ministers f\u00fcr Hochschulwesen und Forschung Claude Meisch ist heute das R\u00e9seau de comp\u00e9tences maladies neurod\u00e9g\u00e9n\u00e9ratives (RdC-MN) \u201eParkinsonNet Luxembourg\u201c gegr\u00fcndet worden, das auf dem erfolgreichen Pilotprojekt der letzten 6 Jahre und den wissenschaftlichen Erkenntnissen des National Centre of Excellence in Research on Parkinson\u2019s Disease (NCER-PD) beruht.<\/p>\n\n\n\n

Angesichts einer alternden Bev\u00f6lkerung und eines starken Anstiegs der F\u00e4lle neurodegenerativer Erkrankungen, ist eine gemeinsame Anstrengung des Gesundheitssystems und der wissenschaftlichen Forschung notwendig. \u201cMit dem RdC-MN stellen wir sicher, dass Patienten stets optimal und nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt werden\u201d, sagte Paulette Lenert bei der feierlichen Er\u00f6ffnung des neuen Kompetenznetzwerkes. \u201eIm Rahmen des \u201eParkinsonNet\u201c werden Menschen mit der Parkinson-Krankheit sowie atypischen Parkinson-Syndromen behandelt. In Zukunft soll das Konzept schrittweise auch auf weitere neurodegenerative Erkrankungen ausgeweitet werden.\u201c<\/p>\n\n\n

\n \n\"R\u00e9seau

\n Von links nach rechts: Prof. Bas Bloem, Dr. Marc Schiltz, Dr. Romain Nati, Dr. Sabine Schmitz, Dr. Jean-Claude Schmit, Mr. Claude Meisch, Mrs. Paulette Lenert, Mr. Alex Kloos, Prof. Rejko Kr\u00fcger <\/p>\n <\/figure>\n\n\n

Neurodegenerative Erkrankungen sind hochkomplex, so dass beispielsweise bei der Parkinson-Krankheit schon heute verschiedene Untergruppen betroffener Menschen unterschieden werden. Ausl\u00f6ser k\u00f6nnen verschiedene Ursachen sein – von Umwelteinfl\u00fcssen \u00fcber den Lebensstil bis zur genetischen Veranlagung. Zudem erlebt jeder Patient einen anderen Verlauf der Krankheit. \u201cWegen dieser Komplexit\u00e4t brauchen Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen individuell abgestimmte Therapien\u201d, erkl\u00e4rt der Neurologe Prof. Rejko Kr\u00fcger, Medizinischer Koordinator des RdC-MN am CHL, Professor f\u00fcr translationale Neurowissenschaften an der Universit\u00e4t Luxemburg und Direktor f\u00fcr transversale translationale Medizin am Luxembourg Institute of Health. Er ist einer der Initiatoren von \u201cParkinsonNet Luxembourg\u201d, f\u00fcr das ein seit vielen Jahren in den Niederlanden erfolgreiches Konzept von Prof. Bas Bloem und Dr. Marten Munneke von der Radboud University Medical Centre Nijmegen auf Luxemburg zugeschnitten wurde. \u201cF\u00fcr die wirksame Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen m\u00fcssen unterschiedliche Akteure aus dem Gesundheitssektor Hand in Hand zusammenarbeiten und immer die neuesten Erkenntnisse aus der Wissenschaft integrieren. Dass dies nicht nur die Versorgung von Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen verbessert, sondern auch die Zufriedenheit von Gesundheitsberuflern bei der t\u00e4glichen Arbeit steigert, haben wir gemeinsam im ParkinsonNet gelernt.\u201d<\/p>\n\n\n\n

\n
\n \n\"Prof.

\n Prof. Rejko Kr\u00fcger er\u00f6ffnet die Veranstaltung und spricht \u00fcber die Erfolge von 8 Jahren NCER-PD und die Notwendigkeit ma\u00dfgeschneiderter und personalisierter Versorgung. <\/p>\n <\/figure><\/div>\n\n\n\n

\n \n\"Prof.

\n Prof. Bas Bloem \u00fcber die Vorteile von ParkinsonNet f\u00fcr Patienten und Gesundheitsdienstleister. <\/p>\n <\/figure><\/div>\n<\/div>\n\n\n

\n \n\"Der

\n Der ParkinsonNet-Patientenbotschafter Alex Kloos wurde das erste Mitglied des neuen integrierten Versorgungsnetzwerks „ParkinsonNet Luxembourg.“ <\/p>\n <\/figure>\n\n\n

<\/a>So kommunizieren im \u201cParkinsonNet\u201d \u00c4rzte und Therapeuten eng miteinander und sind direkt mit der Wissenschaft vernetzt. Unter Neurologen, Pflegekr\u00e4ften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Orthophonisten, die sich mit der Behandlung von Parkinson-Patienten befassen, findet seitdem ein systematischer Austausch \u00fcber die besten M\u00f6glichkeiten zur Versorgung der Patienten statt. In naher Zukunft soll das Netzwerk auf weitere Akteure wie Ern\u00e4hrungsberater, Psychologen und Sozialarbeiter ausgedehnt werden. Die Teammitglieder erstellen entsprechend der Bed\u00fcrfnisse der Menschen individuelle Behandlungspl\u00e4ne, haben deren pers\u00f6nliches Umfeld im Blick und bilden sich regelm\u00e4\u00dfig fort. \u201cDies erm\u00f6glicht eine optimale Versorgung der Menschen sowohl im ambulanten als auch im station\u00e4ren Bereich\u201d, hob Dr. Romain Nati auf der Veranstaltung hervor. Dr. Nati ist Generaldirektor des Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL), welches das R\u00e9seau de comp\u00e9tences maladies neurod\u00e9g\u00e9n\u00e9ratives federf\u00fchrend koordiniert. \u201cWir sind \u00fcberzeugt, dass die wichtigen \u00dcberg\u00e4nge zwischen h\u00e4uslicher Versorgung und der Versorgung in den Krankenh\u00e4usern durch den verbesserten Austausch von Informationen und die engere Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Welten im RdC-MN barrierefrei werden,\u201d so Nati weiter.<\/p>\n\n\n\n

\u201eLuxemburg ist durch seine eHealth Strategie bestens aufgestellt, um die Vernetzung verschiedener Partner im Gesundheitssystem zu gew\u00e4hrleisten. Mit dem neuen RdC-MN wird nun die digitale Unterst\u00fctzung des Versorgungsmanagements erstmals in die allt\u00e4gliche Versorgung von Menschen mit Parkinson umgesetzt,\u201c erkl\u00e4rt Dr. Jean-Claude Schmit, Direktor der Gesundheitsbeh\u00f6rde. Hier entwickelt ParkinsonNet gemeinsam mit Prof. Jochen Klucken, FNR PEARL Chair f\u00fcr Digitale Medizin, neue L\u00f6sungen f\u00fcr die Digitalisierung des Netzwerkes.<\/p>\n\n\n\n

\n
\n \n\"Gesundheitsministerin

\n Gesundheitsministerin Paulette Lenert spricht \u00fcber die Bedeutung der bestm\u00f6glicher Versorgung f\u00fcr Patienten. <\/p>\n <\/figure><\/div>\n\n\n\n

\n \n\"Minister

\n Minister f\u00fcr Hochschulbildung und Forschung Claude Meisch betont die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Gesundheitsversorgung. <\/p>\n <\/figure><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

Auf die Rolle der Wissenschaft ging der Minister f\u00fcr Hochschulwesen und Forschung, Claude Meisch, ein: \u201cDie neurowissenschaftliche Forschung macht gerade in Luxemburg stetig Fortschritte. Wir haben uns auf diesem Gebiet international etabliert und arbeiten auf Augenh\u00f6he mit international f\u00fchrenden Forschungseinrichtungen zusammen, insbesondere \u00fcber das National Centre of Excellence in Research on Parkinson\u2018s Disease<\/em> (NCER-PD). Dessen Erfolg unterstreicht eindrucksvoll, was ein solches missionsorientiertess und auf Exzellenz ausgerichtetes Forschungsprogramm als Erg\u00e4nzung zur \u201aklassischen\u2018 Forschung leisten kann. Das von den Forschern gewonnene Wissen kann \u00fcber das RdC-MN schnell in die Gesundheitsversorgung in Luxemburg einflie\u00dfen und direkt das t\u00e4gliche Leben der Menschen mit der Erkrankung verbessern.\u201c<\/p>\n\n\n

\n \n\"Gesundheitsministerin

\n Gesundheitsministerin Paulette Lenert und Minister f\u00fcr Hochschulbildung und Forschung Claude Meisch im Gespr\u00e4ch mit NCER-PD-Forschern. <\/p>\n <\/figure>\n\n\n

Der Luxembourg National Research Fund (FNR) legte den Grundstein f\u00fcr das neue Netzwerk, als er vor acht Jahren NCER-PD als erstes National Centre of Excellence in Research<\/em> gr\u00fcndete. \u201cDank einer gro\u00df angelegten Kohortenstudie, an der viele Menschen mit und ohne Parkinson aus Luxemburg und der Gro\u00dfregion mitgewirkt haben, wissen wir heute viel mehr \u00fcber diese Krankheit\u201d, sagte FNR-Generalsekret\u00e4r Marc Schiltz: \u201cSo konnten die Forscher in Luxemburg in den letzten Jahren neue Erkenntnisse gewinnen, um die unterschiedlichen Formen der Parkinson-Krankheit viel besser zu unterscheiden, genauer zu diagnostizieren und damit Strategien zur personalisierten Medizin umzusetzen.\u201d Diese Einsch\u00e4tzung teilt auch Rejko Kr\u00fcger, der das jetzt in eine neue Phase tretende Exzellenz-Zentrum NCER-PD seit 2019 geleitet hat: \u201cAus unserer Sicht ist NCER-PD eine Erfolgsstory. Ich bin mir sicher, dass wir mit unserem Projekt gemeinsam mit Betroffenen und deren Familien eine starke Allianz f\u00fcr Forschung und Versorgung in Luxemburg aufgebaut haben, die in Zukunft auch Menschen mit anderen Krankheiten zugutekommen wird.\u201d<\/p>\n\n\n

\n
\n
\n
\n